Die Gastgeberin

Wenn du ein leeres Zimmer hast und du bringst einen Tisch hinein, ist das Zimmer nicht mehr leer. Wenn du noch einen Tisch hinein stellst, ein Sofa, einige Sessel, ein paar Schränke und eine Pflanze und zwanzig Leute, kannst Du sogar sagen: das Zimmer ist voll. Es gibt keinen Platz mehr.

Und doch ist der Raum, die Leere, noch immer da. Sie ist die Gastgeberin. Du kannst sie durch alles hindurch sehen. Ohne sie würde nichts von alledem, was da ist, da sein können.

Wenn Du danach schaust, was in dem Zimmer ist, siehst du nur die Fülle. Wenn du auf die Leere schaust, die dem allen Platz gibt, siehst Du beides: Leere und Fülle. Dadurch, dass du die Leere siehst, verschwindet nichts.

Man sagt manchmal “eine gute Gastgeberin ist unsichtbar”. Und so ist es bestimmt mit unserer ultimativen Gastgeberin. Sie ist unsichtbar ständig da. Und wenn es einen Moment gibt, wo du kein Ziel hast – ­ nichts zu tun, nichts zu holen, nichts zu bringen, nichts zu erzählen, nichts zu erklären, nichts zu verstehen ­ – wo du plötzlich einfach bist, könnte es dir passieren, dass du sie siehst. Dass ihre Stille, ihre Liebe, ihre Freude und ihr Funkeln dich überfällt. Sie ist so voller Freude über alles, was möglicherweise existiert! Die Tür ist immer offen, und Sie empfangt dich wie du bist. Die Gäste streiten sich manchmal, haben Angst, dass es nicht genug Platz gibt. Und selbst das stört sie nicht. Sie lächelt und küsst dir sanft deinen Nacken. Ganz sanft – ­ du spürst es kaum. Sie flüstert: “Es gibt Raum für dich hier. Sei willkommen”. Hörst Du es?

Wir sind alle zu Gast bei der Leere. Die Leere umarmt dich und gibt dir Platz. Sie ist die Quelle.
Und du bist Ihr nichts, überhaupt nichts schuldig. Sie lädt dich ein.

Sie lädt dich ein, dich selber in ihr wiederzuerkennen.

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